Freitag, 31. März 2017

Tauben





Grüner wird die Au,
Und der Himmel blau;


Schwalben kehren wieder
Und die Erstlingslieder


Kleiner Vögelein
Zwitschern durch den Hain. 


Aus dem Blütenstrauch
Weht der Liebe Hauch:

Seit der Lenz erschienen,
Waltet sie im Grünen

Malt die Blumen bunt,
Rot des Mädchens Mund.
    
Brüder, küsset ihn!
Den die Jahre fliehn!

Einen Kuss in Ehren
Kann euch Niemand wehren!

Küsst ihn, Brüder, küsst,
Weil er küsslich ist!
    
Seht, der Tauber girrt,
Seht, der Tauber schwirrt

Um sein liebes Taubchen!
Nehmt euch auch ein Weibchen,

Wie der Tauber tut,
Und seid wohlgemut! 

Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
 

Donnerstag, 30. März 2017

Frühlingswünsche




 

Frühlingswünsche 

Im Frühling, wenn sich Baum und Strauch
Hat bräutlich angezogen,
Da kommen mir die Wünsche auch
Gleich Lerchen angeflogen.

Ich möchte sein ein stolzer Baum,
Hoch in den Himmel ragen,
Ich möchte des Waldes grünen Raum
Als flinkes Reh durchjagen.

Ein starker Adler möchte ich sein,
Aufwärts zur Sonne streben,
Ich möchte der Blumen bunte Reihn
Als Schmetterling durchschweben.

Ich möchte als Sturm durch Meere hin,
Wild tanzen meinen Reigen,
Doch - nein - ich bleibe, wer ich bin,
Wenn du nur wärst mein eigen.

Theobald Kerner

Mittwoch, 29. März 2017

Der Lenz

Der Lenz ist angekommen
Habt ihr es nicht vernommen?
Es sagen´s euch die Vögelein,
es sagen´s euch die Blümelein:
Der Lenz ist angekommen   
Ihr seht es an den Feldern,
ihr seht es an den Wäldern;
der Kuckuck ruft, der Finke schlägt,
es jubelt, was sich froh bewegt:
Der Lenz ist angekommen

Hier Blümlein auf der Heide,
dort Schäflein auf der Weide:
Ach seht doch, wie sich alles freut
Es hat die Welt sich schön verneut:
Der Lenz ist angekommen



Christian August Vulpius (1762 - 1827)

Dienstag, 28. März 2017

Frieden

Leben

was ist für dich „Leben“
nehmen und geben
kommt dir in den Sinn
und schaust nach dem Gewinn
Manche haben ihre Taschen voll
und finden damit ihr Leben toll
Ist das alles was der Mensch unter Leben versteht?
wenn er mit vollem Geldsäckel umhergeht?
Ist das Leben?
Wenn man nur nach Gewinnen schaut
der einen den anderen beklaut?
Ist das Leben? Schulter zucken,
nicht auf zu mucken
sich unter der Knute zu ducken?
Ist das Leben?
sich mit Pflichten voll zu laden
und den anderen damit auch zu beraten?
Ist das Leben?
dem Glück in allen Facetten nach zu jagen
egal wie, wo, wann.. an allen Tagen?
Ist das Leben?
ausgefüllt sein mit Hektik, Stress und Streit
 Heiterkeit die oft nur Maske ist von Eitelkeit
Ist das Leben?
nach außen zu zeigen – mehr Schein als Sein
zu ignorieren der eigenen Seele Pein?
Ist das Leben?
zu ignorieren die Stimme des Herzen
und lieber  zu tragen des Körpers Schmerzen?
Sag, wann hast du Dir mal Gedanken gemacht
darüber – ob deine Seele weint oder lacht?
Sag, weißt du noch, wie es ist, Frieden zu haben
und sich in innerer Ruhe und Freude zu laben?
Hast du vergessen, das nur IN dir wohnt das Glück
besinne dich und kehre zu dir selbst zurück
@ Sera2012

Sonntag, 26. März 2017

Novalis


Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Und immer dunkler ward der Wald
Auch bunter Sänger Aufenthalt,
Es drang mir bald auf allen Wegen
Ihr Klang in süßen Duft entgegen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Daß alles möchte lieblich scheinen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Vielleicht beginnt ein neues Reich –
Der lockre Staub wird zum Gesträuch
Der Baum nimmt tierische Gebärden
Das Tier soll gar zum Menschen werden.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Wie ich so stand und bei mir sann,
Ein mächtger Trieb in mir begann.
Ein freundlich Mädchen kam gegangen
Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
Sie dankte, das vergeß ich nie –
Ich mußte ihre Hand erfassen
Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Uns barg der Wald vor Sonnenschein
Das ist der Frühling fiel mir ein.
Kurzum, ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen sollten Götter werden.
Nun wußte ich wohl, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

(Georg) Friedrich (Philipp) 
Freiherr von Hardenberg)
auch bekannt als  NOVALIS

Samstag, 25. März 2017

Volkslied aus dem Rheinland ( 19. Jahrhundert )



1. Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
und alles fängt zu blühen an
auf grüner Heid und überall.

2. Es wachsen Blümlein auf dem Feld,
sie blühen weiß, blau, rot und gelb,
so wie es meinem Schatz gefällt.

3. Wenn ich zu meinem Schätzchen geh´,
da singt das Lerchlein in der Höh`,
weil ich zu meinem Schätzlein geh´.

4. Hab ich dich nicht recht treu geliebt,
und dir niemals dein Herz betrübt ?
Doch du führst eine falsche Lieb`.

5. Nun geh´ ich in den grünen Wald,
zu suchen meinen Aufenthalt,
weil mir mein Schatz nicht mehr gefällt.

Frühlingsvögel




Vögel singen, Blumen blühen,
Grün ist wieder Wald und Feld.
O so laßt uns zieh'n und wandern
Von dem einen Ort zum andern,
In die weite grüne Welt.

Wie im Bauer sitzt der Vogel,
Saßen wir noch jüngst zu Haus.
Aufgetan ist jetzt der Bauer,
Hin ist Winter, Kält' und Trauer,
Und wir fliegen wieder aus.

Freude lebt auf allen Wegen,
Um uns, mit uns, überall,
Freude säuselt aus den Lüften,
Hauchet aus den Blumendüften,
Tönt im Sang der Nachtigall.

Nun so laßt uns zieh'n und wandern
Durch den neuen Sonnenschein
Durch die lichten Au'n und Felder,

Durch die dunkelgrünen Wälder
In die neue Welt hinein. 


 August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Freitag, 24. März 2017

Frische Brise




Die linden Lüfte sind erwacht
sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden!

Die Welt wird schöner mit jedem Tag
man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden, es will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal
nun, armes Herz, vergiss die Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden!


 Ludwig Uhland

Donnerstag, 23. März 2017

Der Lenz ist da.




Lenz ist kommen, hohallo!
Seine Fahnen stecken aus,
grün und blütenweiß
leuchten sie ins Land hinaus.
Ho hallo! Die Rosse vor!
Spannet ein und fahret hin!
Ohnesorg und Freudenreich
sollen meinen Wagen ziehn!

Jede Nacht hat ihren Stern
jeder Morgen seinen Schein;
Glocken läuten mir den Tag
läuten mir den Abend ein.
Seufze, wer da seufzen will:
Vanitas und vanitas!
Mir singt jeder Fink im Baum:
Ave Universitas!

Rasch die Hand und rasch den Mund
Mütterlein und Mägdelein!
Komm' ich wieder übers Jahr
dann werd' ich Studente sein.
Ho hallo! Die Rosse vor!
Spannet ein und fahret hin!
Ohnesorg und Freudenreich
sollen meinen Wagen ziehn!


Mittwoch, 22. März 2017

Freundschaft




Eine Freundschaft ist wie ein Diamant.
Am Anfang roh...noch unerkannt...
Mit der Zeit kommt dann der feine Schliff.
Und gibt so einer Freundschaft Pfiff.
Auf eine Freundschaft kann man bauen.
Den  echten Freunden auch vertrauen.

Man teilt mit ihnen alle Sachen
Mit ihnen weinen und auch lachen
Sie sind der Halt in dieser Welt
Freunde sind eine Familie die ewig hält

Und sieht man sich mal lange nicht.
Wahre Freundschaft daran nicht zerbricht.
Sei es nun aus der Ferne oder nah.
Freunde sind immer für einen da.

Montag, 20. März 2017

Durch Wald und Flur



Ode an die Natur
Wie bin ich doch von dir entzückt,
von dir kann ich nicht lassen.
Die Nähe, die mich nie bedrückt,
kann niemals Ehrfurcht fassen.

So lieb’ ich dich an jeden Tag,
das Glück schwelt durch die Lüfte.
Die schönen Kleider, die ich mag,
versüßen deine Düfte.

Verwebt lausch’ ich dem Wohlgesang,
mein Herz hast du beflügelt.
Du inspirierst ein Leben lang,
kein Traum hat mich gezügelt.

Du bist mein güldner Lebenssinn,
die neue Kraft erwarb ich sacht'.
Und rafft es mich dann einst dahin,
ist es dein Schoß der mich bewacht.

Doch bis dahin verbleibt noch Zeit,
für mich und dich in Wald und Flur.
Und so erfreut mich blütenweit,
dein schöner Antlitz, du Natur

Sonntag, 19. März 2017

Die Frühlingswiese




Es waren Zwei Stiefmütterchen auf einer Wiese -       
Die eine hieß Anne, die andere hieß Liese.
Sie haben mir so ganz heimlich und leise
so in der Stiefmütterchen Art und Weise,
ihre Gedanken ausgetauscht.
Und der Klatschmohn hat sie belauscht

Frau Nachbarin, wissen Sie, was mich erbittert ?
Dass das Zittergras immer so schrecklich viel zittert.
Dieses Zittern greift meine Nerven so an,
und hier wächst doch auch kein Baldrian.
Denn Baldrian ach, der beruhigt so sehr,
denn die Jüngste bin ich ja auch nicht mehr.

Und sehen Sie mal, die Margarethe,
wenn sie sich nur nicht so aufspielen täte.
Sie geht ja schon wieder ganz in weiß,
und dabei ist es noch gar nicht so heiß
Die hat ja nur ein Kleid, und das ist immer dasselbe,
sie trägt immer weiß und in der Mitte das Gelbe.

Und eine Kornblume habe ich gestern geseh‘n,
die war so blau, das war nicht mehr schön
Ich sprach auch mit Frl. Vergissmeinnicht,
die meinte auch, das gehört sich nicht.
Und es sagte der Rittersporn :

Wenn man so blau ist, das kommt vom Korn
Ja, und das Veilchen, das junge Ding
hat schon einen Freund,       
den Schmetterling !

Ich dachte damals in ihrem Alter
noch nicht an Käfer und nicht an Falter.
Da habe ich mich noch als Blümchen gefühlt
und habe mit Veilchenblättern gespielt.

Und eine Kuh ging über die Wiese,
sie fraß sie auf, die Anne und die Liese.
Doch was die Beiden sonst noch ratschten
das hat mir neulich der Klatschmohn verraten

Der Lenz





Der Frühling naht mit Brausen
er rüstet sich zur Tat,
und unter Sturm und Sausen
keimt still die grüne Saat.
Drum wach, erwach, du Menschenkind
daß dich der Lenz nicht schlafend find.

Tu ab die Wintersorgen,
Empfange frisch den Gast;
Er fliegt wie junger Morgen,
Er hält nicht lange Rast.
Die Knospe schwillt,
Die Blume blüht,
Die Stunde eilt,
Der Frühling flieht.
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find'!

Dir armen Menschenkinde
Ist wund und weh ums Herz,
Auf, spreng getrost die Rinde,
Schau mutig frühlingswärts!
Es schmilzt das Eis, die Quelle rinnt,
Dir taut der Schmerz und löst sich lind.
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find'!

Und wie die Vöglein leise
Anstimmen ihren Chor,
So schall auch deine Weise
Aus tiefster Brust hervor:
Bist nicht verarmt, bist nicht allein,
Umringt von Sang und Sonnenschein!
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find'.

 Karl Klingemann (1798-1862)

Freitag, 17. März 2017

Beine




Zwei Beine haben Mensch und Henne,
vier dagegen Katz' und Maus.
Doch viele Wesen, die ich kenne,
kommen auch mit vier nicht aus.

So laufen Käfer, Schaben, Fliegen
sechsfüßig durchs kurzes Leben.
Bei Spinnen, will man richtig liegen,
wird noch ein Paar dazu gegeben.

Langusten, Krabben und auch Hummer,
die man zu den Krebsen zählt,
sind mit neun Beinen voller Kummer,
weil eines dann ganz sicher fehlt.

Die Tausendfüßer, was mich wundert,
laufen nie auf tausend Füßen.
Sie tun es höchstens auf vierhundert,
die wir einzeln zählen müssen.

Nicht an die strenge Paarigkeit
hält sich das Klavier.
Mit drei Beinen spielbereit
benötigt es nicht vier.


Donnerstag, 16. März 2017

St. Patricks-Day


Ich wünsche dir an jedem Tag,

der morgens auch bei dir beginnt,
dass er der
Schönste werden mag,
und dass er Glück dir bringt.

Ich wünsche dir den Augenblick,
der kostbar
dir erscheint,
dass er dich erfüllt mit Glück
und sich mit
dir vereint.

Ich wünsche, dass der Sonnenschein,
deine Seele trifft, und dich begrüßt

dass er mit seiner Helligkeit so rein
die Leichtigkeit in Dir wachküsst.

Ich wünsche dir Gelassenheit,
ich wünsche
dir auch Schwung,
dass du beweglich bist und bereit
die Dinge
zu meistern mit Begeisterung.



Mittwoch, 15. März 2017

Der Bauer




Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt
Er setzt seine Felder und Wiesen instand
Er pflüget den Boden er egget und sät
Und rührt seine Hände früh morgens bis spät

Die Bäuerin die Mägde sie dürfen nicht ruhn
Sie haben im Haus und im Garten zu tun
Sie graben und rechen und singen ein Lied
Und freuen sich wenn alles schön grünet und blüht

So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei
Da erntet der Bauer das duftende Heu
Er mäht das Getreide dann drischt er es aus
Im Winter da gibt es manch köstlichen Schmaus


Der Frosch als Bankräuber




Der Frosch sitzt da und denkt sich "toll",
heut' stopf' ich mir die Taschen voll!
Mit Knarre, Hut und Sonnenbrille,
'ne Bank erleichtern war sein Wille.
Gut durchtrainiert, mit feinem Plan -
"so wird es werden, so fang' ich's an.
Viel Kohle werd' ich dann erbeuten,
gehör dann zu den reichsten Leuten, (Fröschen)
kann mir dann alles kaufen und auf Reisen geh'n,
durch alle Länder, ach wär das schön!

Im grünen Kleid stürmt er herein,
"Hände hoch und Kohle her, sonst werd' ich zum Schwein!
Gar zitternd, mit Blick in der Waffe Lauf,
schliesst der Kassierer schnell die Türen auf.
Ganz wichtig und mit tiefer Stimme tut er dann verkünden,
dass sich alle ruhig verhielten, er würde gleich verschwinden!
So nimmt er sich so viel er kann,
von den bunten Scheinen, der kleine Mann.

Doch was ist das ein blaues Licht,
"hab's gut geplant, das gibt's doch nicht!",
so dachte sich der Bösewicht.

Das lief nicht gut, die Gier wurde zum Verhängnis,
nun sitzt der Grüne im Gefängnis.
In einer Zelle, einer schmalen, langen,
tut er nun wieder Fliegen fangen.
Schaut zum Fenster raus in die Natur
"ach was war ich blöde nur".

Der Vorhang fällt, die Masse tobt,
mit viel Beifall wird das Werk gelobt.
Und die Moral von der Geschicht:
Verbrechen für Frösche lohnen nicht!

Dienstag, 14. März 2017

Frühling auf Vorschuss


 

Frühling auf Vorschuss

Im Grünen ist´s noch gar nicht grün.
Das Gras steht ungekämmt im Wald,
als sei es tausend Jahre alt.
Hier also, denkt man, sollen bald
die Glockenblumen blüh‘n?

Die Blätter sind im Dienst ergraut
und rascheln dort und rascheln hier,
als raschle Butterbrotpapier.
Der Wind spielt überm Wald Klavier,
mal leise und mal laut.

Doch wer das Leben kennt, der kennt´s.
Und sicher wird´s in diesem Jahr
so, wie´s in andern Jahren war.
Im Walde sitzt ein Ehepaar
und wartet auf den Lenz.

Man soll die beiden drum nicht schelten,
sie lieben die Natur
und sitzen gern in Wald und Flur.
Man kann´s ganz gut verstehen, nur:
Sie werden sich erkälten!
 
Erich Kästner

Sonntag, 12. März 2017

Der Lenz


Der Lenz

Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.

Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.

Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt in vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!

Richard von Wilpert

Blühender Garten




Frühlingsnacht mit deinen Schauern,
Regst in jeder Menschenbrust
Süßes Hoffen, mildes Trauern,
Wehmut, Herzeleid, stille Lust!
Wie es rauschet in den Bäumen,
Wie es lockt in Wald und Ried,
Wenn der Mond, gleich wie in Träumen,
Leise durch die Wolken zieht!
Treuer Liebe Lichtgedanken
Folgen seinem stillen Gang,
Und der Bäume Wipfel schwanken
Wie ein Herz, in Sehnsucht bang.
Aber willst du nicht genießen,
Wie das Rheuma schmerzen macht,
Musst du fest die Fenster schließen
In der schönen Frühlingsnacht!

Samstag, 11. März 2017

Frühlingsluft




Nun säuseln linde aus Westen die Winde.
Schon rieseln die Quellen ins Thal hernieder.  
Die Knospen schwellen.
    
Der Vögel Lieder erschallen wieder.    

 Schneeglöckchen läuten fern und nah:
Der Frühling ist da, der Frühling ist da!
    
O seht, wie der Frühling schaltet und waltet,
Und neues
Leben enthüllt und entfaltet,
Und schönes Leben ersinnt und gestaltet!
   
Mit Duft und Farben erquickt und belebt,
Mit Sang und Klang entzückt und erhebt,
Und segnend über Allem schwebt!
    
Nun lasst uns nicht länger bleiben zu Haus!
Wir wollen hinaus, ins Freie hinaus!



August Heinrich Hoffmann von Fallersleben  


Donnerstag, 9. März 2017

Frühling



Spürst du die Luft?
 Ich bin jetzt da,
Versprühe den Duft,
der lang nicht mehr war.

Starrsinn wird gehen
auch verengtes Denken.
Lass neue Ideen wehen
und Dein Streben lenken!

Wozu die Unbill,
was plagt dich nur?
Nimm dir zum Vorbild
den Gang der Natur!

Den  kleinen Schatz
den ich für dich habe:
Vergiss den Vorsatz
 vergangener Tage!


Dienstag, 7. März 2017

Jahreszeiten

Der Frühling ist was für die Liebe
Das Vorbild ist wohl die Natur:
Die Säfte steigen und die Triebe
Der Mensch ja, der kopiert das nur

Im Sommer muss dann alles reifen
Das Wetter schön es lockt der See
Lasst uns die Natur durchstreifen
in lichtfreudigem Defilee

Der Herbst bringt Farben, Korn und Reben,
Jetzt lasst uns nochmals fröhlich leben
bevor die Blätter fallen müd vom Baum
bringt der Wein so manchen Liebestraum.

Und kommt der Winterkalt mit Flocken,
Geht Ski laufen - Nicht drinnen hocken
so zeigt er auf diese Weise seinen Charme
Und Weihnacht macht die Herzen warm

Doch welche aller Jahreszeiten
ist wohl die schönste? Sag es mir!
Ich kann mich dazu nicht entscheiden:
Ich glaub, ich lieb sie alle vier!

Montag, 6. März 2017

Im Garten



Die Amseln haben Sonne getrunken,
Aus allen Gärten strahlen die Lieder,
In allen Herzen nisten die Amseln,
Und alle Herzen werden zu Gärten
Und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel
Und allen Träumen neues Gefieder,
Alle Menschen werden wie Vögel
Und bauen Nester im Blauen.
Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
Und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
In allen Seelen badet die Sonne,
Alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
Liebend zusammen.

Sonntag, 5. März 2017

Leben in der Natur






Auferstehung der Natur

Die Tage werden deutlich länger,
und linder wird, des Winters Kraft.
Der Himmel wird, um Vieles heller,
die Bäume, fühl´n sich fabelhaft.

So manches Tierchen spürt das Leben,
sie wollen alle auferstehen.
Die kleinen Wesen, wissen eben.
lang war der Winter – er darf gehen.

Die kleinen Mäuslein auf dem Felde,
sie tanzen hin und tanzen her.
Und durch ihr fröhliches Gebälge,
kommt Familie Käfer, schon daher.

So ändern sich, nun viele Dinge,
kaum zu glauben, aber wahr.
Doch aus der Bäume, lebendiger Rinde,
verströmt der Duft, des Frühlings.

Samstag, 4. März 2017

Frühlingslied




Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
Birken horchen auf die Weise,
Birken und die tanzen leise.
Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
 
2. Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
Warten da drei rote Buchen,
wollen auch den Tanz versuchen.
Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
 
3. Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
Und der Bach, der hört das Singen,
wild und polternd muß er springen.
Es geht eine helle Flöte,
der Frühling ist über dem Land.
 
4. Es geht eine helle Flöte,
der Sommer ist über dem Land.
Tausend Halme zitternd stehen,
hören sie die Flöte gehen.
Es geht eine helle Flöte,
der Sommer ist über dem Land.

Hans Baumann

Freitag, 3. März 2017

*** SEELENTIEFE ***





EIN GEDANKE HUSCHT IN DER NACHT
VON  EINEM TRÄUMER GEFÜHLVOLL  ERDACHT

ZEILEN AUS DEM INNENLEBEN
DIE SICH WORT UM WORT  ERGEBEN

IST  ES  REALITÄT  ODER  GLAUBEN
WAS DARF MAN SICH IN DIESER WELT ERLAUBEN

AN WELCHE WAHRHEIT SOLL MAN DENKEN
UM DIE WUNDER AUF SICH ZU LENKEN

DIE DAS LEBEN REICHER MACHT
IN TRÄUMEN ERSTELLT UND DORT GEDACHT

DASS GEDANKEN HÖHER FLIEGEN
WIR IHNEN BEDINGUNGSLOS ERLIEGEN

UNSEREN WÜNSCHEN ZUFLUCHT GEBEN
SIE IN GOLDENE  FESSELN  LEGEN

WELCHEN IDEALEN SOLL MAN EINGESTEHEN
DASS  WIR DIE DINGE ANDERS SEHEN

ALS DIE MENSCHEN OHNE BEWANDNIS
FÜR DAS SCHICKSAL VON ATLANTIS

GEBEN DEN GEDANKEN  EINE GESTALT
DIE IN UNSEREM INNEREN WIEDERHALLT

ERLEBEN UNVERSTÄNDLICHE DINGE
SIND UNSER EIGENER HERR DER RINGE

TRÄUMEN WEITER AUCH IM LICHT
WASSER UNSERE SEELE BRICHT

DIE GEFÜHLE IN TAUSEND DIMENSIONEN
SCHWIMMEN MIT DEN ILLUSIONEN

IN UNSERER UNBEKÜMMERTEN WEISE
HÖREN WIR DIE ENGEL SINGEN LEISE

SCHAUEN HINTER  JEDE MAUER DER VERNUNFT
WAS DORT VERSTECKT IM NEBELDUNST

WIR LEBEN   UNSERE  LEBEN
VIEL MEHR IM GEBEN ALS IM NEHMEN

IM INNEREN DEN ZAUBER UND MAGIE
JEDOCH VERSTEHEN WERDEN WIR ES NIE

DASS WIR IN ALLEM LESEN KÖNNEN
UNBEGREIFLICHES BEIM NAMEN NENNEN

HABEN EINE OFFENE WELT ZU FÜSSEN LIEGEN
DÜRFEN SIE UMARMEN OHNE UNS ZU VERBIEGEN

SEHEN IN MENSCHEN IHRE GUTE SEITE
EIN TIEFER  BLICK  IN  DESSEN  SEELENWEITE

UND DOCH SIND WIR ALLEIN  MIT DIESER MACHT
JEDER FÜR SICH DIE EIGENE WELT  ERDACHT

UNSAGBAR VIELE MENSCHEN DIE SO SIND
MIT JEDEM LEBEN EIN NEUER TRAUM BEGINNT

EIN WORTSPIEL DAS KEIN ENDE KENNT
EIN TRAUM DER SICH IM NICHTS VERRENNT

TRÄUMER KENNEN DIESES GLOCKENLÄUTEN
WISSEN WAS DIESE WÖRTER HIER BEDEUTEN