Dienstag, 24. September 2013

Herbst

Herbststürme  

Draußen stürmt und pfeift im Herbst der Wind,
laut,fast ächzend,drohend,ungebrochen.
In dir kommt hervor das kleine Kind,
das sich gerne hätt`verkrochen.
Die Gedanken fliegen meilenweit,
mit den grauen Wolken in die Ferne.
Tief in die vergang`ne Jugendzeit,
draußen funkeln wieder Mond und Sterne.
Deine Hülle ist verbraucht und alt,
schwächlich zitternd,kraftlos deine Glieder.
In dir drinnen ist es bitterkalt
kommt die Seelenwärme nimmer wieder?
In der Jugend war es für dich nicht schwer,
unerschöpflich deines Geistes Quell.
Munter,fröhlich stapfest du umher,
treibst wie auf des Glückes starker Welle.
Vieles hast du seither schon gesehen,
Freude,Liebe,Schmerzen,Not und Kummer.
Musstest häufig in der Mitte stehen,
einsam lebst du nun,wirst immer stummer.
Zwingen kannst du nicht,vergang`nes Glück,
deine alten Träume sind zerschlissen.
Kehr`ins Heute lieber schnell zurück,
schau ins Morgen weniger verbissen.






Herbstgedichte

Herbstlich sonnige Tage mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage,grüßt die atmende Brust.
Jede schmerzende Wunde schließt leise sich zu.

@ Emanuel Geibel 


Astern blühen schon im Garten,schwächer trifft der Sonnenpfeil,
Blumen die den Tod erwarten,durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,Blätter zittern durch die Luft
und es liegen Wald und Heide,unbewegt im blauem Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,Kranich auf der Flucht,
Herbstes Freuden,Herbstes Trauer,welke Rosen,reife Frucht.

@ Detlef von Liliencron