Ein
toller Tag
Ein
Mensch erschrickt, und ihm wird klar:
Mensch
heute ist doch Karneval.
Dann
sucht er, Mensch ich krieg’ die Motten,
Im
Keller Karnevalsklamotten.
Der
Hut ist alt, aus Opas Schrank,
Das
Nachthemd, längs gestreift, macht schlank.
Ein
bunter Schal noch um den Hals,
Denn
Karneval ist’s immer kalt.
Damit
man sein Gesicht nicht sieht,
Er
einen Strumpf sich überzieht.
Zwei
Augen schlitzt er noch hinein,
Ein
Loch fürs Nasenbein muß sein.
Zwei
Socken dann, links grün, rechts rot,
So
zieht der Mensch als Jecke los.
Es
stürzt der Mensch sich ins Getümmel,
Als
Jeck verklärt, als Mensch verstümmelt.
Doch
ihn schert es nicht, denn dieser Tag,
Ist
einmal nur in jedem Jahr.
So
singt und swingt und trinkt der Mensch,
Versäuft
vielleicht sein letztes Hemd,
Und
wankt nach Haus - sonst braver Vater -
Mit
schiefem Gang und Faschingskater.
Am
Mittwoch ist es dann vorbei.
Zurück
im Alltagseinerlei,
Erkennt
der Mensch sehr rasch: das war’s
Nicht
viel und doch, er hat’s gewagt.
Das
hält ihn fit und gibt ihm Kraft;
Denn
nächstes Jahr, genau um acht,
Wird
dieser Mensch erneut sich fragen,
An
einem der drei tollen Tage:
Soll
ich als Mensch mich neu verstümmeln,
Und
mich in dem Getümmel lümmeln,
Und
trinken, swingen und auch singen,
Erneut
den Kater heimwärts bringen?
Weil
er sich doch am besten kennt,
Wird
er es tun; denn Mensch bleibt Mensch.
Und
deshalb sei auch Euch gesagt,
Vergesst
des Alltags Last und Plag’.
Seid
fröhlich, lustig, spritzig, heiter;
Denn
Lebensuhren gehen weiter.
Der
nächste Morgen kommt bestimmt,
Weil
er heut' schon das Gestern nimmt.
Und
auch am Ende ist Euch klar,
Dass
morgen längst schon gestern war.
So
ist und war es allemal
Und
nicht zuletzt im Karneval.
© Wolfgang (WoKo) Kownatka
(*1938),
deutscher Luftwaffen-Offizier,
NATO-Pressestabsoffizier

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