O
wer den Kuss erfunden,
Der
Liebe süssen Kuss,
Der
hat es tief empfunden,
Mit
schmerzlichem Verdruss,
Dass,
um der Lieb' Entzücken
Ihr
Hoffen, ihren Harm,
Ihr
Sehnen auszudrücken,
Die
Sprache viel zu arm.
Wie
schaute der verlegen
In
Liebchens Angesicht,
Als
für des Herzens Regen
Er
fand die Worte nicht!
Da
half, sein Leid ermessend,
Ein
guter Genius:
Und
Lipp' auf Lippe pressend
Erfand
er so den Kuss.
Als
sich das zugetragen,
Da
gab's noch kein Patent;
Drum
konnt's ein jeder wagen,
Und
nimmer nimmt's ein End:
Wo
sich zwei Herzen finden,
Gibt's
Wort-Verlegenheit,
Und
drum in Küssen künden
Sich
beide Lust und Leid.
Theodor Winkler


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