Er lässt oft kalte Tage regnen
Kann nie das Land mit Blüten segnen
Trägt immer nur ein abgewetztes Kleid
Ach, der November tut mir leid
Gern wär ein jeder von seinem Grau befreit
Von allen Monatskindern hat er das hässlichste Kleid
Er ist ein armer sonnenloser Wicht – er tut mir leid
wenn er uns erfüllt mit seiner Traurigkeit
Doch seid ehrlich er verdient mehr Achtsamkeit
Er schleppt vom Jahr die allerschwerste Bürde
Mit seiner standhaft strengen Würde
ist er ein großes Beispiel an Bescheidenheit
~ ~ ~ ~ ~
In trauter Verborgenheit
Ade,ihr Sommertage,
wie seid ihr so schnell enteilt,
gar mancherlei Lust und Plage
habt ihr uns zugeteilt.
Wohl war es ein Entzücken,
zu wandeln im Sonnenschein,
nur die verflixten Mücken,
mischen sich immer darein.
Und wenn wir auf Waldeswegen,
dem Sange der Vögel gelauscht,
dann kam natürlich ein Regen,
auf uns hernieder gerauscht.
Die lustigen Sänger haben,
nach Süden sich aufgemacht,
bei Tage krächzen die Raben,
die Käuze schreien bei Nacht.
Was ist das für ein Gesause,
es stürmt bereits und schneit,
da bleiben wir zu Hause,
in trauter Verborgenheit.
Kein Wetter kann uns verdrießen,
mein Liebchen,ich und du,
wir halten uns warm und schließen,
hübsch feste die Türen zu.
Wilhelm Busch


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