Die Wehrpflicht, bekanntlich allgemein,
erreichte erwartungsgemäß den Hein.
Jetzt hieß es für ihn marschieren
und selbstverständlich parieren.
Der Herrgott schuf in seinem Zorn
das Sennelager bei Paderborn.
Dorthin zog Hein's Kompanie,
er schwitzte im Marsch wie noch nie.
In voller Montur mit Helm und Gewehr
stöhnte und ächzte er sehr,
und um Schwung aufzubringen,
mussten die Gequälten dazu noch singen.
Als sie in ein Dorf gekommen,
hat sich Hein ein Herz genommen.
Er fragte den gutmütigen Spieß,
ob er ihn einen Besuch machen ließ.
"Hier wohnt mein Opa und Oma Jette,
die ich gern wiedergesehen hätte."
"Einer volle Stunde erlaube ich dir.
wir rasten solange einfach hier !"
Oma Jette flippte aus
als ihr Enkel betrat das Haus.
"Ruhe dich erstmal aus, mein Jung !"
"Oma, ich bin nur auf einem Sprung !"
"Wirklich schön, dein männlich' Gewand !"
"Das, Oma, ist als Uniform bekannt !
"Junge, du bist jetzt ein richtiger Mann,
was hängt denn an deinem Koppel dran ?"
"Das ist eine Handgranate", er lacht.
"Schau mal, was man damit macht !"
Ein Pfeifen durch die Lüfte schallt,
als er das Ding in die Laube knallt.
Beide schauen in Nu interessiert,
was mit der Bude ist passiert.
Oma schrie: "Wie bin ich stolz,
du bist ein Soldat aus kernigem Holz.
Schad', dass dein Opa das nicht konnt' sehn !"
"Wieso ist etwas Schlimmes mit ihm geschehn ?"
Da jammerte Oma, "Ach mein Gott,
er saß in der Laube auf dem Pott !"
Karl-Heinz Fricke
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